Web-Treuhand
Web-Treuhand als Spezialform von Treuhand
Treuhand nach Wikipedia (01.10.2008): Ein Treuhandverhältnis zwischen zwei Personen liegt dann vor, wenn eine überschiessende dingliche Rechtsmacht übertragen wird, die "zu treuen Händen" von dem Treugeber an den Treunehmer übertragen wird. Im Verhältnis zu
Dritten (Aussenverhältnis) findet eine vollständige Übertragung des Rechts, etwa des Eigentums an einer Sache, statt. Damit hat der Empfänger und Verwalter der Sache im Aussenverhältnis die volle Rechtsstellung des Eigentümers.
Definition von Web-Treuhand
Web-Treuhand ist ein Begriff, der 2008 erstmals von PLAKATIV definiert wurde. Der Web-Treuhänder nimmt demnach im Auftrag des Eigentümers die ganzheitliche Verantwortung für eine Website wahr und trifft innerhalb des definierten Rahmens die notwendigen Massnahmen
zur Erreichung der vereinbarten Ziele.
Aufgaben des Web-Treuhänders
Web-Treuhand übernimmt sämtliche Aufgaben, die im Prozess von der Planung über die Realisierung bis zum Betrieb einer Website anfallen. Hierzu zählen insbesondere die Beratung des Auftraggebers während der Planungsphase, allfällige Offert-Ausschreibungen und
-Beurteilungen sowie das Führen des Prozesses als Projektleiter. Nach der Inbetriebnahme bilden die Messung, Steuerung und Massnahmen-Definition den Fokus der Arbeiten.
Abgrenzung Web-Treuhand von ähnlichen Funktionen
Web-Treuhand unterscheidet sich von ähnlichen Rollen wie folgt: Im Unterschied zum Webmaster, der eine Website vorwiegend operativ betreut, definiert sich die Rolle des Web-Treuhänders breiter. Er verantwortet die strategische Ausrichtung und Einbettung in
Absprache mit dem Auftraggeber, initiiert Projekte und verfolgt die definierten Messgrössen einer Website (Web Controlling). Während ein Projektleiter nur punktuell und vorübergehend für eine Website arbeitet, hat der Web-Treuhänder auch die längerfristige
Entwicklung und das Portfolio der Online-Produkte sowie das Online-Marketing hierfür im Fokus. Am ehesten ist ein Web-Treuhänder mit einem Product Manager (i.S. von Verantwortlicher für das Produkt Website als Ganzes) zu vergleichen. Diese Funktion ist je
nach Organisation auch unter den Begriffen Channel Manager, Director, Platform Manager oder CEO bekannt. Im Gegensatz zu diesen Funktionen ist im Web-Treuhand-Modell der Verantwortliche jedoch nicht ein Angestellter, sondern ein externer Mitarbeiter.
Anforderung an einen Web-Treuhänder
Die Vielfältigkeit der Aufgaben eines Web-Treuhänders bildet sich auch in den Anforderungen ab. Als Beauftragter des Investors muss er insbesondere dessen Denkweise, Absichten und Ziele verstehen. Hierfür sind ein kommunikatives und kundenorientiertes Verhalten
notwendig. Als Berater für Web-Belange sind umfassende Kenntnisse sowohl im technischen als auch im kaufmännischen Bereich nötig, um die richtigen Fragen zu stellen und die Gesprächsinhalte in ein konsistentes System von Zielen und Massnahmen umzusetzen. Um
einem Web-Auftritt den gewünschten Erfolg zu bringen, ist zusätzlich ein fundiertes Wissen im klassischen und online Marketing notwendig. Im Offert-Prozess sind neben den präzisen Anforderungen und Markt-Kenntnissen auch ein gutes Verhandlungsgeschick gefragt.
Um im Internet-Umfeld die jeweils aktuellen Möglichkeiten und Trends zu kennen, ist nicht zuletzt auch eine Bereitschaft zu ständiger Weiterbildung Voraussetzung.
Für wen eignet sich Web-Treuhand?
Als externer Spezialist für den Aufbau, die Entwicklung und Steuerung einer Website ist Web-Treuhand ein Modell, dass sich insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmungen (KMU) eignet. Sie können so vom entsprechenden Fachwissen profitieren, ohne zusätzliche
eigene Mitarbeiter anzustellen. Die Unabhängigkeit des Web-Treuhänders bietet dem Auftraggeber die Sicherheit, die jeweils geeignetsten Möglichkeiten zur Verfügung zu haben.